Die Heinzelmaennchen von Wendt & Kühn greifen eine der bekanntesten
deutschen Sagenfiguren auf:die fleißigen, stillen Helfer, die im Verborgenen
arbeiten und den Menschen das tägliche Leben erleichtern.
Als kleine Handwerker, Gärtner oder Hausgeister verkörpern sie Tatkraft,
Bescheidenheit und handwerklichen Fleiß – Werte,
die sich auch im Selbstverständnis der Manufaktur widerspiegeln.
Die Vorstellung der Heinzelmaennchen geht auf eine alte Kölner Sage zurück, die der Dichter August Kopischbereits 1836 literarisch festhielt. Heimlich und ungesehen verrichteten die kleinen Hausgeister nachts alle anfallenden Arbeiten – bis ihre Existenz aus Neugier aufgedeckt wurde und sie sich für immer zurückzogen.
Diese Idee der unsichtbaren Helfer, die aus reiner Güte handeln, prägt das Bild der Heinzelmaennchen bis heute. Sie stehen sinnbildlich für Hilfsbereitschaft, Fleiß und das stille Wirken im Hintergrund – eine Vorstellung, die auch heute noch ihren Reiz entfaltet.


Vermutlich ließ sich auch Grete Wendtum das Jahr 1925von der Heinzelmännchen-Ballade August Kopischs inspirieren. In den folgenden Jahren entstanden mehrere Entwürfe kleiner, fleißiger Gesellen mit roter Zipfelmütze und gedrungener Statur.
Bereits im Katalog von 1937waren 18 verschiedene Heinzelmännchenzu sehen – darunter Figuren mit Säge, Rechen oder anderen Werkzeugen. Damit gehören sie zu den früh entstandenen Motivgruppen der Manufaktur und stehen zeitlich nahe bei den Blumenkindern.
Charakteristisch für die Heinzelmaennchen sind ihre klare Körpersprache, die einfachen Werkzeuge und das verschmitzte Lächeln, das sie für ihren Einsatz bereithält. Besen, Eimer, Bürsten oder Stoffballen verweisen direkt auf ihre Aufgaben und machen jede Figur eindeutig lesbar.
Bei der späteren Wiederauflage wurde großer Wert darauf gelegt, die historischen Vorlagen behutsam umzusetzen. Form- und Farbstudien sowie sorgfältige Vergleiche mit früheren Ausführungen sorgten dafür, dass die heutigen Heinzelmännchen sich eng an Grete Wendts originale Entwürfe anlehnen – ohne ihren zeitlosen Charakter zu verlieren.

Motiv: Heinzelmännchen nach der Kölner Sage
Literarische Vorlage: August Kopisch, 1836
Entstehung bei Wendt & Kühn: ab ca. 1925
Nachweis im Katalog: 1937 (18 Figuren)
Gestaltung: Grete Wendt
Fertigung: Handbemalt in Grünhainichen